Komponistin Kati Agócs, 1975 in Windsor, Kanada geboren, ist von ungarisch- amerikanischer Herkunft. Ihre Musik, eine Brücke zwischen rigoroser Strenge und sinnlicher Lyrik, wird als originell, mutig und gefühlsreich bezeichnet. Im Jahre 2008 preiste die Gesellschaft American Academy of Arts and Letters den „seelenvollen, direkten Ton” ihrer Musik, „die Natürlichkeit ihrer Dissonanz” und ihre „Melodie, dramatische Qualität und klare Aufbau”. The Boston Globe bezeichnete ihr Werk neulich als „sanft fließende Musik von ernster Schönheit”, während The New York Times charakterisierte es als "subtil" und "überraschend", ihre Vokalmusik soll „beinahe die Natürlichkeit des 19. Jahrhunderts” haben. Sie wurde kürzlich an New England Conservatory of Music in Boston zur Professorin der Komposition ernannt, und sie erwirbt schnelle internationale Anerkennung als bedeutende Vertreterin der jüngeren Generation.
Sie steht in enger Verbindung mit ungarischer Musik und verweilt regelmäßig in Budapest. 1956 hatte ihr Vater Ungarn verlassen, aber sie verbrachte zweimal längere Zeit in Ungarn – 1989–90, als sie József Attila Gymnasium in Székesfehérvár besuchte und 2005–2006 als Fulbright-Stipendiatin wurde sie an der Liszt Akademie in Budapest von Zoltán Jeney unterrichtet. Sie verfasste einen Artikel für The Musical Times (2006 Herbst) über neue Trends in der ungarischen Musik seit den 1990er Jahren, aus diesem Anlass führte sie zahlreiche Interviews mit zeitgenössischen ungarischen Komponisten und studierte ihre Musik. 2004 startete sie ein bahnbrechendes und bis heute laufendes Austauschprogramm zwischen The Juilliard School in New York (wo sie den Doktortitel erwarb) und Franz Liszt Akademie für Musik in Budapest. Das Programm bringt Komponisten und Musiker von beiden Städten zusammen und ermöglicht, ihre neuen Werke vorzuführen. 2007 erschien ein Artikel in Bécsi Napló mit dem Titel Ungarische Musikwoche in New York. Hier wurde folgendes über das Focus! Festival der Juilliard School (Untertitel: Die ungarische Erbe: ungarische Musik nach Bartók) geschrieben: „Erst in den 80er Jahren bekam die ungarische avantgardistische Musik die Chance, auch im Ausland bekannt zu werden. Boosey and Hawkes Verlag in London wurde ein Vermittler zwischen ‚Editio Musica Budapest‘ und der westlichen Welt. Kati Agócs, kanadische Komponistin von ungarischer Herkunft, auch Fulbright-Stipendiatin in Ungarn hat viel dazu beigetragen, dass Amerikaner auf ungarische Musik aufmerksam wurden. Die jetzige Konzertserie ist ein Ergebnis der Zusammenarbeit mit ihr.“
In den letzten Jahren komponierte sie für zahlreiche Orchester und Künstler, u. a. für American Composers Orchestra, das ihr Orchesterwerk Pearls im Februar 2009 in Carnegie Hall uraufführte, Requiem Fragments für CBC Radio Orchestra (Vancouver), I and Thou für St. Luke's Chamber Ensemble (New York), Immutable Dreams für die Da Capo Chamber Players (New York), Division of Heaven and Earth für den Pianisten Fredrik Ullén (Stockholm, Schweden), Supernatural Love für Duo Concertante (Violinistin Nancy Dahn und Pianisten Timothy Steeves, St. John's, Newfoundland, Canada), und die neusten Werke für Ensemble de Flûtes Alizé (Montréal), Metamorphosen Chamber Orchestra (Boston), für den Herbstfestival in Budapest, Ungarn, für The Albany Symphony, für den Saxophonisten Timothy McAllister, für PRISM Saxophone Quartet, The Canada Council for the Arts, und Juilliard School (für ihre jährliche Irene Diamond-Konzert im Jahre 2001).
2008–2009 spielt der Grammy-Gewinner Kammerorchester Eighth Blackbird ihr Quintet Immutable Dreams auf einer Tournee durch die USA, das Musikstück kann auch im Mai 2009 in Chamber Music Society of Lincoln Center in New York, in Boston mit dem Orchester Xanthos und in Vancouver mit Standing Wave gehört werden. Supernatural Love für Geige und Klavier kann man im Ottawa International Chamber Music Festival und auf Tourneen von Duo Concertante durch China und Kanada hören. As Biddeth Thy Tongue, eine Soloarie für Altsaxophon wird vom Saxophonisten Timothy McAllister im Lontano Festival of American Music in London vorgeführt. Das Stück Every Lover is a Warrior wurde zum ersten Mal auf Love is Come Again, auf der Debut-CD von Harfenspielerin Bridget Kibbey aufgenommen. Time Out New York listete die CD unter den Top 10-Aufnahmen von 2007, bezeichnete das Werk als "eine kraftvolle, gedankenreiche Suite" und Agócs als eine "innovative" und "vielversprechende" Komponistin. Nächstes Jahr werden wenigstens sechs Aufnahmen ihrer neusten Kammerstücke auf Cds herausgegeben.
Unter anderem erhielt die Künstlerin 2008 ein Charles Ives-Stipendium von der American Academy of Arts and Letters, ASCAP Leonard Bernstein-Stipendium im Tanglewood Music Center, Fulbright-Stipendium an Franz Liszt Akademie für Musik in Budapest, Jacob K. Javits-Stipendium von The United States Department of Education, Preis der Presser Stiftung, und “honors” von ASCAP in deren Morton Gould Young Composer Award. Sie erwarb Stipendien oder war/wird Residentin beim Great Lakes Chamber Music Festival (im Juni 2009), Norfolk Chamber Music Festival (Yale Summer School of Music), Aspen Music Festival, Dartington International Music Festival (U.K.), und Virginia Arts Festival. Während ihren Studien an Juilliard wurden ihre Orchesterwerke zweimal von Juilliard Symphony in Alice Tully Hall uraufgeführt, nachdem sie den jährlichen Komponistenwettbewerb gewonnen hatte. Sie tritt als Sopransolistin auf, ihre Gesangslehrer waren Adrienne Csengery und Adele Addison. Kürzlich sang sie ihr eigenes Stück By the Streams of Babylon in Jordan Hall (in Boston), mit der Sopranistin Lisa Bielawa und dem Boston Modern Orchestra Project (mit dem Dirigenten Gil Rose).
Kati Agócs erwarb ihr MA-Diplom und den Doktortitel Doctor of Musical Arts an Juilliard School. Sie ist auch ehemalige Studentin von Aspen Music School, Tanglewood Music Festival, Lester B. Pearson College of the Pacific (eines der United World Colleges) und Sarah Lawrence College, die sie alle als Vollstipendiatin besuchte. Ihre wichtigsten Komponier-Lehrer sind Milton Babbitt, Robert Beaser und George Tsontakis; während ihrem Fulbright-Jahr in Budapest arbeitete sie auch mit Zoltán Jeney zusammen. Sie unterrichtet an der Fakultät für Komposition an The New England Conservatory of Music in Boston.
German translation: Bernadett Velsiczki